Die Crux des Kapitalanlegens…

Es klingt in der Theorie so einfach: der eine hat Geld, der andere arbeitet damit und teilt den Gewinn – am Ende sind beide glücklich. Doch wenn es so einfach wäre, wie es allerorts dargestellt wird, dann müsste man nicht so lange nach einer guten Investition suchen. Woran liegt das?

Ganz einfach: an der Natur der Sache.

Geldanlage ist kein Zauberwerk, sondern ein im Grunde einfaches Prinzip: Gewinne entstehen aus Wissen, nämlich aus dem Wissen um günstige Einkaufs- oder hohe Verkaufspreise, aus dem Wissen um effektive Produktionsmethoden, aus dem Wissen um Dienste, um Bedürfnisse, um Märkte. Und wie wir alle auch wissen: Arbeit kostet Geld.

Dieser Logik folgend lautet also meine regelmäßige Antwort auf die Frage, welche Kapitalanlage die beste ist: genau jene, deren Sphäre Sie verstehen, denn nur dann können Sie die Chancen und Risiken beurteilen. Die meisten Gewinne wird also derjenige realisieren, der dort investiert, wo er sich auskennt.

Die Crux an der Sache: das fehlende Wissen.

Und genau da setzt verquere Logik an: wenn ich nun einen Versicherungs-, Fonds- oder Investmentmanager (dessen Arbeit nun einmal Geld kostet) beauftrage, mein Geld zu vermehren, dann spekuliere ich darauf, dass er erstens mehr weiß als ich und er mir zweitens von seinem Wissen einen Teil abgibt dafür, dass ich ihm mein Geld gebe. Denn schließlich kann ich ohne sein Wissen keine Gewinne machen und er ohne Geld sein Wissen nicht anwenden. Ob die Rechnung aufgeht, lässt sich vorher nicht sagen – denn erst hinterher ist man schlauer. Niemand kennt den Manager seines Geldes persönlich – also bleibt einem nichts anderes übrig, als blind zu vertrauen und darauf zu hoffen, dass alles gut geht. Geht es gut, werden die meisten leichtsinnig. Geht es schief, ist das Gejammer groß. Und so dreht sich das Rad mal um mal – die einen jubeln, die anderen jammern.

Aus diesem Dilemma gibt es nur einen einzigen Ausweg: Bildung!

Ob Wald, Lebensmittel, Textilien, Medizin, Technik, Immobilien oder irgend etwas anderes – jeweils gepaart mit betriebs- und volkswirtschaftlichem Grundwissen – nur dieses kommt als Schlüssel für zusätzlichen Wohlstand im Alter in Frage.

Alles andere ist reine Spekulation. Man kann sich mit Konto, Sparbuch, Bausparvertrag, Lebensversicherung, Rentenpolicen und Depots bis zur Bewegungslosigkeit ausstatten – am Ende verdienen viele andere und einem selbst bleibt nur der klägliche Rest – wenn denn alles gut geht.

Von daher halte ich weiterhin an meiner Einstellung fest, dass die drei Säulen der Altersvorsorge mitnichten die gesetzliche, die betriebliche und die private Rente sind, sondern – in genau dieser Reihenfolge:

1. die Familie als sozialer und wirtschaftlicher Halt
2. das Grundstück mit einem Dach über dem Kopf und einem Garten und/oder Stall
3. das Wissen und Können, woraus das Einkommen resultiert

Wie man dieses Einkommen dann zur weiteren Altersvorsorge einsetzt, ist jedem selbst überlassen. Der eine kauft ein paar Wohnungen zur Vermietung, der andere Silber und Gold, der Dritte ein paar Beteiligungen an Unternehmen, die er beurteilen kann, der vierte setzt auf Kunst und der fünfte packt sich zu Lebzeiten den Keller voll mit Whisky und Rum, weil er weiß, dass er in Rentenzeiten die Flaschen mit viel Gewinn verkaufen und sich so sein Leben finanzieren kann.

Von daher lautet mein Rat an Sie: hören Sie auf, nach dem goldenen Ei der Kapitalanlage zu suchen und investieren Sie Ihr Geld stattdessen in die drei wichtigsten Säulen und vor allem in Ihren Bildungsstand. Denn kaum eine Anlage hat jemals so viele Gewinne ausgeschüttet, wie die Investition in Wissen das Einkommen gesteigert hat.

Echtes Wissen – also eine neutrale und unabhängige Beratung – können Sie am ehesten von jemandem erwarten, der auch wirklich neutral und unabhängig ist und nicht für den Abschluss oder die Betreuung eines Versicherungsvertrages mit Provisionen vergütet wird, nämlich bei den Verbraucherzentralen, spezialisierten Rechtsanwälten oder einem der kaum mehr als 300 in Deutschland zugelassenen Versicherungsberater (aktuell 318, Stand 01.04.2017, DIHK).

Einen Versicherungsberater in Ihrer Nähe finden Sie unter: BVVB-Beratersuche

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