Infinus, Prokon, S&K-Gruppe und nun die Pecus-Insolvenz – Fässer ohne Boden

Die Medien überschlagen sich derzeit wieder hinsichtlich der Pleiten verschiedener Anlageinstitute. Doch kaum, dass die erste Nachricht über die Ticker geht, kriechen auch die Anwälte aus ihren Löchern. Nicht selten wird ein Opfer dann zum zweiten Male ausgesaugt, weil es dem schlechten Geld noch gutes hinterherwirft.

Wie in jeder Gefahrensituation gilt auch in einer solchen: Ruhe bewahren!

Wenn eine Investmentfirma die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt, dann kann man davon ausgehen, dass man sowieso nicht mehr jenes Geld zurückbekommt, welches man angelegt hat. Mit etwas Glück erhält man am Ende eine zweistellige Quote aus der Insolvenzmasse. Die meisten Insolvenzen landen jedoch bei Quoten unter 10%. Dabei spielt es keine Rolle, ob man nun einen Anwalt beauftragt hat oder nicht – mit Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wird zum Schutze aller Gläubiger quasi das gesamte Vermögen eingefroren, um feststellen zu können, wie viel überhaupt vorhanden ist. Sicherlich kann es nicht schaden, den Fall anwaltlich prüfen zu lassen – schon allein auf die Möglichkeit hin, das man aussonderungsfähige Ansprüche hat. Die Bauftragung eines Anwaltes „um schnell noch das eigene Geld zu retten“ erscheint mir persönlich jedoch als kontraproduktiv.

Viel sinnvoller ist es da, bei der Auswahl seiner Kapitalanlagen eine neutrale Zweitmeinung einzuholen und prüfen zu lassen, ob diese wirklich zu einem selbst passt. Denn wer es sich nicht leisten kann, Geld zu verlieren, der sollte nicht in windige Räder oder goldige Aussichten investieren. Diese Anlagen sind IMMER spekulativ!

Wann immer Ihnen etwas besonderes versprochen wird – seien es höhere Zinsen oder Steuervorteile – so sollten Sie nicht vergessen, dass dieses „Mehr“ irgendwo herkommen muss; sprich – diese Anlageformen haben entweder ein höheres Risiko oder aber sind derart unflexibel, dass man kaum mehr über sein angelegtes Vermögen verfügen kann. Alle Marktteilnehmer kochen mit demselben Wasser. Von daher ist es unmöglich, dass bei gleicher Sicherheit und gleicher Verfügbarkeit deutlich höhere Renditen fließen!

Beachten Sie bitte auch, dass es zahlreiche Banken und Großinvestoren gibt, welche mit Millionen von Euro auf der Suche nach rentablen Anlagen am Markt sind. Wenn ein Angebot bis zu Ihnen durchdringt, dann nur, weil vorher niemand mit viel Geld (und vermutlich mehr Erfahrung als Sie) bereit war, in diese Sache zu investieren! Nur deshalb wird überhaupt Privatanlegern eine Beteiligung derartiger Anlagen angeboten. Wenn man nun bedenkt, dass es einen unvergleichlich höheren Aufwand erfordert, Geld von zehntausenden Kleinanlegern einzusammeln, als einen Großinvester ins Boot zu holen, versteht man auch, weswegen von dem vielen Geld am Ende meist nur wenig übrig ist – ein erheblicher Teil geht für Provisionen und VErwaltung drauf. Allein das müsste die Anlageform erst mal als Gewinn erwirtschaften, ehe sie Ihnen überhaupt Zinsen auszahlen kann.

Sie dürfen also bei jeder Kapitalanlage, die Ihnen zugetragen wird, skeptisch werden; vor allem aber dann, wenn

– Ihnen deutlich mehr Zinsen versprochen werden als üblich

– Ihnen darüber hinaus hohe Steuervorteile oder sonstige Renditen in Aussicht gestellt werden

– Ihnen angeboten wird, sich mit besonders kleinen Summen beteiligen zu können.

Die goldende Regel aller Anlageentscheidungen lautet: Gier frisst Hirn!

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